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Die Welt ist zu gross, um nur an einem Ort zu bleiben.

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Korsika Südstrecke GR20

22.06. – 29.06.2019

Der GR20 ist ein alpiner Fernwanderweg in Korsika, der zu den anspruchsvollsten Wanderungen Europas zählt. Der korsische Gebirgszug zieht sich in Längsrichtung quer von Nordwest nach Südost über die ganze Insel. Wer die ganze Strecke gehen will, wandert 170km durch das Hochgebirge Korsika und überwindet 12’000 Höhenmeter. Die Tour fordert Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, einen guten Orientierungssinn und vor allem gute Kondition.

Da wir beide nicht in aller bester Form waren, entschieden wir uns nach langem Hin und Her, den GR20 von Süd nach Nord zu bewältigen. Der Südteil umfasst weniger Höhenmeter sowie weniger anspruchsvollere Abschnitte. Wir erhofften uns dadurch, dass wir uns langsam an die schwierigeren Etappen gewöhnen können.

 

Vorbereitung

Nicht nur die Anforderungen an den GR20 schienen eine Herausforderung zu sein, sondern auch die Vorbereitungen. Es erwies sich als sehr schwierig von unserem Standort aus, ohne unseren Bus an den Startpunkt zu gelangen. Nach langem recherchieren, konnten wir endlich eine Zug- und Busverbindung finden, die jedoch eine Wartezeit von 5h beinhaltete.

Auch das Packen unserer Rucksäcke fiel uns nicht leicht. Gemäss unserem Wanderführer verfügen die Refuges (Hütten) über kleine Lebensmitteldepots und bieten Mahlzeiten an. Der Wanderführer weist darauf hin, dass man sich nicht darauf verlassen sollte. Aus diesem Grund entschieden wir uns eine einfache Kochausrüstung sowie Proviant für die ersten Tage mitzunehmen. Wir würden so zwar nicht abhängig von den Refuges sein, jedoch mehr Gewicht den Berg hinauftragen.

 

Anreise

Ein Taxi brachte uns vom Campingplatz zum Bahnhof in Calvi. Von dort aus fuhren wir mit dem Zug nach Casamozza und warteten hier 5h bei 35° auf den Bus.

Der Bus erschien pünktlich nach Fahrplan – Erleichterung stieg in uns auf -. Die jedoch gleich wieder abflachte. Der Bus fuhr nach der langen Wartezeit doch tatsächlich an uns vorbei. War das wirklich unser Bus? Ja, das war er. Der Busfahrer liess uns also wirklich am Strassenrand stehen. Und jetzt? Der nächste Bus würde erst am nächsten Tag wieder fahren. Was wenn dieser wieder an uns vorbeifährt? Kurzerhand entschieden wir uns, per Anhalter zu unserem Ziel zu gelangen.

Es brauchte Überwindung an den Strassenrand zu stehen und den Daumen hochzuhalten. Die Reaktionen der Autofahrer fielen teils lustig, sehr oft verhalten bis zu Mittelfinger zeigen aus. Fast hätten wir die Aktion abgebrochen, dann nahm uns doch noch ein Fahrer ein Stück weit mit. Schlussendlich hatten wir es mit 6 verschiedenen Fahrern und einer Übernachtung irgendwo auf einem Feld, zum Einstieg des GR20 geschafft. Allein die Anreise war schon ein Abenteuer für sich.

 

GR20

Der schwere Rucksack auf dem Rücken, machte uns bereits auf der ersten Etappe zu schaffen. Da auch noch unser Wasservorrat ausging, mussten wir das erste Refuge zwingend erreichen. Erschöpft und zur späten Stunde hatten wir endlich das Ziel erreicht. Zu Müde um zu Abendessen hüpften wir nach einer eiskalten Dusche in unsere Schlafsäcke und schliefen unter einem atemberaubenden Sternenhimmel ein.

 

Mit müden Beinen und verspanntem Rücken, machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg der zweiten langen Etappe. Nach kurzer Zeit litt Nadine an Knieschmerzen, so dass das Weitergehen kaum mehr möglich war. Was nun? Sollen wir einen Ruhetag einlegen oder sogar den GR20 abbrechen? Da wir jedoch von dem Abenteuer noch nicht genug hatten, legten wir eine längere Pause ein. Wir entrümpelten unsere Rucksäcke, damit diese um einige Kilos leichter wurden. Die aussortierten Utensilien (mit dabei auch unsere kleine Kochausrüstung), konnten wir bei einem Restaurant deponieren. Da wir später mit dem Bus in der Nähe sein werden, können wir unsere Sache dort wieder abholen.Nach 4h Pause und einer Schmerztablette machten wir uns weiter auf den Weg. Da wir das Tagesziel nicht mehr erreichen konnten, schlugen wir unser Nachtlager in einer Lichtung im Wald auf.

 

Am nächsten Tag fiel die Strecke kürzer aus. Wir legten beim Erreichen der nächsten Hütte auf Grund den Schmerzen einen Ruhetag ein.

 

An den folgenden Tagen wanderten wir durch wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaften. Übernachteten je nach Kondition in Refuges oder irgendwo mitten in der Natur und schliefen immer unter freiem Himmel. Wir durchquerten oft Bergbäche, die immer eine willkommene Abkühlung waren. Das Knie machte sich immer wieder bemerkbar und auch die sommerliche Hitze auf der korsischen Mittelmeerinsel wanderte ihrer Hochsaison entgegen. Durch diese zwei Hauptgründe entschieden wir uns, die GR20 Strecke nach absolvierter Südstrecke zu verlassen. So erreichten wir nach 8 Tagen und 94km die Hälfte des GR20 in Vizzavona.

 

Die Südstrecke des GR20 war für uns ein spannendes Erlebnis. Die Tage in der Natur haben wir trotz der Hitze, den langen Etappen und den Strapazen genossen. Eine interessante Erfahrung war, ein paar Tage mit sehr wenig auszukommen und fern von der mobilen Welt zu sein.

 

Zurück bei unserem «zu Hause»

Nachdem wir zu unserer Erleichterung, den Bus wohlbehalten wieder erreichten, entrümpelten wir unseren Bus. Es wurde alles aussortiert, auf was wir während unserer Weltreise verzichten können. So wurden schlussendlich zwei grosse Pakete in die Schweiz versendet – mit wenig Gepäck, reist es sich leichter - .

 

Hier geht es zum Movie von dem GR20!