Die Welt ist zu gross, um nur an einem Ort zu bleiben.

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Die Welt ist zu gross, um nur an einem Ort zu bleiben.

Sardinien

09.07.-20.07.2019

In Santa Teresa gingen wir von Bord der Autofähre und begrüssten die zweitgrösste Mittelmeerinsel - Sardinien. Zuerst wurde der Kühlschrank beladen, eine italienische Simkarte besorgt und alle Tanks gefüllt bzw. geleert. Das Fahrzeug war nun bereit für das nächste Abenteuer. Kurzerhand verschwanden wir wieder aus der Zivilisation und stürzten uns in die sardischen Wälder und Gebirgszüge.

5 Tage standen uns zur vollen Verfügung, bis der Flieger im Süden sein Starttermin hatte. Wir durchfuhren unglaublich schöne Wälder. Die Offroadstrecken waren z.t. durch Äste so stark bedeckt, dass nur noch ein Fussgänger platz hatte. Dazu kam, dass durch Wassererosion die Zustände der Pisten sich jährlich sehr stark veränderten. So kann eine Strecke die als leicht bezeichnet wird, oftmals eher als sehr schwierig ausfallen. Der Bus musste an einigen Stellen grosse Strapazen über sich ergehen lassen und wurde wirklich bis an den Anschlag getrieben. Doch jedes Hindernis wurde früher oder später gemeistert und wir gelangten somit immer wieder an atemberaubende Plätze, an welchen mit Sicherheit keine Diebe auf uns warteten.

Öfters wurde Raphi in Frage gestellt, warum man ein so teures und aufwendiges Fahrzeug aufbaut und anschliessend derart maltretiert. Darauf meint er stets, dass das Fahrzeug ja genau dafür gebaut wurde. Es ist immer wieder faszinierend wie man meistens belohnt wird, wen man gewisse Risiken eingeht. Alles aus der Technik rauszuholen und bis ans Limit zu gehen – nur dann erreicht man auch die Plätze, die die Augen zum Leuchten bringen. Gewisse Verluste und Reparaturaufwände gehören da natürlich zum Abenteuer dazu. Raphi hat den Bus nicht für eine Vitrine gebaut, wir möchten damit die Welt abseits der Zivilisation entdecken und bis in die hintersten Ecken vorstossen – soweit wie es halt irgendwie möglich ist.

 

Die 5 Tage gingen schnell vorbei. Wir fuhren im Süden bei Cagliari auf den Flughafen und Raphi nahm den Flieger Richtung Zürich. Nadine setzte sich in den Bus und fuhr damit Richtung Zeltplatz. Porto Tramatzu wurde im Navigationssystem als Zielort deklariert. Nach einer längeren Fahrt bemerkte Nadine, dass das Meer auf der rechten Seite sichtbar wurde. Komisch aber, da es mit der gewünschten Fahrtrichtung eigentlich auf der anderen Seite sein sollte. Nach Überprüfung der Sachlage wurde schlussendlich klar, dass es in Sardinien 2 verschiedene Orte mit derselben Bezeichnung Porto Tramatzu gibt – wirklich super! Somit wendete Sie das Fahrzeug und fuhr nochmals durch ganz Cagliari, diesmal Richtung Westen und das Meer auf der linken Seite. Bei der Ankunft wurde Nadine zuerst einmal von einer freundlichen Wespe mit einem Stich in den Rücken begrüsst. Anschliessend wurde die Parzelle bezogen und alles alleine aufgebaut. Nach der schweisstreibenden Arbeit bei 38° suchte sie die Abkühlung am nahen Strand. Beim Baden verspürte sie plötzlich einen brennenden Schmerz am rechten Unterarm. Schnell wurde klar, dass sie auch noch von einer Qualle geküsst wurde. Der Lifeguard vom Campingstrand versorgte die Vernesselung mit Amoniak. Leicht lediert und bereits etwas angeschlagen suchte sie Zuflucht beim treuen VW Büssli. Zu guter Letzt kam dann noch der Campingsherrif und meinte die Parzelle müsste noch, wegen einem Buchungsfehler, getauscht werden. Was für ein 1. Tag ohne Ehemann. Die folgenden Tage verliefen ohne animalische Attacken und sie konnte sich etwas ausruhen.

Quallenkuss

Zeltplatz Porto Tramatzu

 

Nach 4 Tagen landetet Raphi wieder am Flughafen von Cagliari. Frisch gestärkt und guter Dinge wollten wir uns aus dem Flughafenareal entfernen. Bei einer Schranke wurde das Parkbillet wie gewohnt eingeführt und wir konnten passieren. Unerklärlicher Weise ist dann nochmals eine Schranke aufgetaucht. Logischerweise hatten wir dann kein Ticket mehr, um die Schranke zu öffnen. Um uns aus dieser misslichen Lage zu befreien, rannte Raphi über eine Stunde auf dem Flughafenareal herum. Mit leicht geröteten Köpfen passierten wir dann auch noch die zweite Schranke und fuhren Richtung Waschanlage. Auf dem Campingplatz wurde der Bus mit Baumharz überzogen welchen wir so schnell wie möglich loswerden wollten.

Die Fähre über das tyrrhenische Meer Richtung Sizilien fährt nicht jeden Tag. Aus diesem Grund mussten wir noch zwei Tage überbrücken, um an Bord zu fahren. Somit fuhren wir der Südküste entlang und entdeckten einen Sandweg bergab Richtung Meeresufer. Wir probierten die Sandstrecke mit normalem Reifendruck bergab zu befahren. Schnell wurde bemerkt, dass dies keine gute Idee war. Somit wurde der Reifendruck massiv abgesenkt, um die Auflageflächen der Reifen progressiv zu erhöhen. Mit 4 Plattfüssen schwebten wir wie eine leichte Feder über das sehr weiche Sandgemisch hinweg. Am Ziel wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht aufs Meer belohnt. Zwei Tage und zwei Nächte genossen wir das Strandleben in völliger Zweisamkeit. Wenn wir das Fährenticket nicht gelöst hätten, wären wir noch gerne einige Tage an diesem zauberhaften Ort mit smaragdgrünem Wasser verblieben. Wehmütig verlassen wir diese abenteuerliche Insel mit einer riesigen Autofähre und schippern über Nacht nach Sizilien.

Ciao amore mio!

 

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