Die Welt ist zu gross, um nur an einem Ort zu bleiben.

T3IPSTER.CH

Die Welt ist zu gross, um nur an einem Ort zu bleiben.

Griechenland

28.08. -15.09.2019

Vikos-Schlucht

In Leskovik verliessen wir Albanien und passierten den Grenzübergang nach Konitsa. Unvorbereitet und planlos reisten wir in Griechenland ein. So liessen wir uns treiben und fuhren einfach der Nase nach. Unterwegs erfuhren wir von der Vikos-Schlucht. Sie gilt als die tiefste Schlucht der Welt. Da sie sich in unmittelbarer Nähe befand, legten wir dort einen Halt ein. Bewaffnet mit Kamera und Drohne machten wir uns zu Fuss auf den Weg zur Schlucht. Das Naturspektakel war beeindruckend, fast senkrecht fallen die Kalksteinwände 1000 Meter in die Tiefe.

 

 

Allgemeine Erledigungen

Am nächsten Tag suchten wir eine grössere Stadt auf. Wäsche waschen war dringendst nötig. Aber auch unsere Vorräte mussten gefüllt und eine neue Sim-Karte organisiert werden. In der Stadt Ioannina fanden wir alles was wir brauchten. Nach Albanien war es irgendwie ungewohnt alles an einem Ort zu finden und sich auf Englisch verständigen zu können. Das Einkaufen im Supermarkt gestaltete sich aber auch hier als nicht ganz einfach. Schon lange verstehen wir nicht mehr was auf den Verpackungen steht, aber mit der kyrillischen Schrift wurde das Einkaufen noch interessanter.

 

 

Ein See voll neuer Bekanntschaften

Wir verliessen die Stadt und fuhren Richtung Norden, wo wir an einem zauberhaften, einsamen See vorbeifuhren. Spontan entschieden wir uns hier einen Schlafplatz zu suchen. Nach dem wir eine kleine Holperstrasse passierten, gelangten wir direkt ans Ufer. Wir trafen auf eine kleine Gruppe von Einheimischen, die ihr Glück beim Fischen versuchten. Bevor wir unser Nachtlager aufschlugen, erkundigten wir uns bei Ihnen, ob wir hier übernachten dürfen. Da einer von Ihnen mehrere Jahre in Deutschland gearbeitet hat, konnten wir uns gut auf Deutsch unterhalten. Das Campieren sei überhaupt kein Problem, auch Fischen könne man hier ohne Lizenz. Wir bedankten uns und offerierten Ihnen ein Bier. Kurzerhand wurden wir mit Tomaten und selbst gebranntem Tsipouro-Schnaps beschenkt.

Nach der ersten Nacht entschlossen wir uns einen weiteren Tag an diesem schönen Ort zu verweilen und die Seele baumeln zu lassen. Am Abend trafen wir auf Meli und Elias aus Deutschland. Sie campierten für eine Nacht am See. Wir verbrachten mit ihnen den Abend am Lagerfeuer. Für uns war es das erste Lagerfeuer seit wir unterwegs sind. Zuvor war es immer zu trocken. Danke euch beiden für den urgemütlichen und unterhaltsamen Abend.

Am nächsten Tag konnten wir uns immer noch nicht von dem See trennen, so blieben wir nochmals. Raphi warf die Rute aus und Nadine nutzte die Internetverbindung, um sich bezüglich Visa für die kommenden Ländern zu informieren. Später trafen wir nach einem Spaziergang erneut auf ein campierendes Paar. Andrea und Gijergi aus Mannheim. Gijergi fischte gerade kleine Fische für ihre Katze. Katze? Ja genau die zwei reisen mit ihrer Hauskatze Lule (ist albanisch und heisst übersetzt Blume). Die Drei waren uns auf Anhieb sympathisch. Wir verabredeten uns für später und verbrachten erneut einen Abend am Lagerfeuer.

Es stellte sich schnell heraus, dass wir nicht nur die gleiche Reiseart lieben, sondern auch eine Vorliebe für kulinarische Höhenflüge teilen. Ihre Sommerreise neigte sich langsam dem Ende zu. Aus diesem Grund wollten sie Richtung Westküste fahren, um dort die letzten schönen Ferientage in Perdika zu verbringen. Als Gijergi dann von einem geplanten Lammgaren am Strand erzählte, war Raphi auf einmal äusserst euphorisch. Vor vielen Jahren hat er schon einmal eine Geschichte gehört, wie man in Afrika ganze Schweine im Boden vergräbt und dort über sehr lange Zeit garen lässt. Er erhoffte sich, diese Garmethode eines Tages auf der Reise von einem Einheimischen kennenzulernen.

Als Sie uns dann fragten, ob wir mit Ihnen mitreisen wollten, liessen wir uns nicht zweimal bitten. Der Weg ging eigentlich 160km in die falsche Richtung. Doch der Duft des gegarten Lammes war bereits in Raphis Kopf eingebrannt. Alle anderen Möglichkeiten in andere Richtungen weiterzufahren wurden dadurch automatisch ausgeschaltet.

 

 

Die mediterane Lammexplosion 

So machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Perdika. Nach einer langen Fahrt kamen wir beim wunderschönen Stellplatz an. Umgeben von riesigen Olivenbäumen wie wir sie noch nie gesehen haben, stellten wir den T3ipster in die wunderbare Oase. Von Freunden von Andrea und Gijergi wurden wir herzlich begrüsst. Anschliessend gingen wir einige Schritte Richtung Wasser und badeten erst einmal in einer bezaubernden, kleinen Meeresbucht.

Gijergi und Andrea waren bereits auf der Anfahrt in der örtlichen Metzgerei und besorgten das Lamm. Leider gab es nur noch eine Hälfte. Wie wir aber später merkten, reicht auch eine Hälfte locker für 6-8 Personen. Somit konnte das Lamm-Spektakel beginnen. Wir machten als Erstes ein grosses Holzfeuer am Strand. Anschliessend salzten wir die Lammhälfte ein. Da wir im Prinzip von einer gewaltigen Salzlake umgeben waren, nutzten wir das Angebot der Natur und tauchten das gute Stück ins Meer.

Nach der Abtropf- und Trocknungsphase wurde das wunderbare Fleisch ordentlich mit bestem Olivenöl und Gewürzen eingerieben. Gut verpackt in Backpapier war es nun bereit für den mediterranen Steinofen, welcher im Boden am Meeresufer noch errichtet wurde. Als die Glut des Feuers bereit war, breiteten wir diese zu einer Fläche am Boden aus. Anschliessend wurden flache Steine vom Strand auf dem Glutteppich platziert. Nun konnte das Lamm auf die Steine gelegt werden. Danach deckten wir das Ganze mit einem grossen Haufen Steine zu und gruben kleine Lüftungsöffnungen für die Zu- und Abluft aus. In diesem Zustand liessen wir das grosse Paket in aller Ruhe für 5 Stunden garen.

Nach Mitternacht kam dann der ersehnte Moment und wir gruben das Lamm aus dem Steinofen aus. Da die Essenszeit doch eher spät war, stürzten wir uns wie hungrige Hyänen auf das wohlriechende Festmahl. Das Fleisch war so unglaublich lind, dass es sich von selbst von den Knochen entledigte. Zur frühen Stunde legten wir uns wohl genährt und gut konserviert vom Tsipouru auf die Bretter. Was für ein Abend!

In den nächsten Tagen verbrachten wir mit der ganzen Gruppe eine wundervolle Zeit. Äusserst gastfreundlich wurden wir in die Schönheiten der griechischen Halbinsel eingeweiht. Kleine Wanderung zur entlegenen Bucht, Sperrfischen, Lammkopfsuppe zubereiten und ein Marktbesuch waren nur einige Erlebnisse, die wir geniessen durften. Vielen Dank für diese unvergessliche Zeit! Wir werden diese Tage und langen, Tsipouru durchtränkten Nächte nicht mehr vergessen – so soll das Leben sein!

 

 

Meteora Klöster

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns nach einigen Tagen von der liebgewonnenen Gruppe und fuhren weiter Richtung Osten. Das nächste Ziel war Meteora. In diesem Gebiet befinden sich heilige Bauten, welche auf mächtigen Felsnadeln thronen. In der Abenddämmerung erreichten wir diese mystischen Felsgiganten und waren hin und weg. Voller Vorfreude malten wir uns den kommenden Tag in dieser Gegend aus. Als wir am nächsten Tag früh morgens aus unserem Nachtplatz hervorkamen, trauten wir unseren Augen nicht. Der Ort wurde von Touristen derart überströmt, dass uns fast schwindlig wurde. Einfaches fotografieren wurde regelrecht zur Herausforderung. Obwohl das Gebiet relativ weitläufig ist, wurde man z.T. von den Menschenmassen fast zur Seite gedrückt. Somit machten wir nur wenige Aufnahmen und verliessen diesen Touristenbunker fluchtartig.

 


Samothraki

Als letztes Reiseziel in Griechenland peilten wir die Insel Samothraki im südlichen Mittelmeer an. Mit einer Autofähre fuhren wir zu dieser kleinen Insel. Sie ist sehr naturbelassen und auch der Tourismus ist sehr überschaubar, was uns äusserst entgegenkam. Nach einer windigen Nacht auf einem Kiesstrand direkt am Meeresufer, machten wir uns auf den Weg zu den nahegelegenen Süsswasserfällen. Nach einer kleinen Wanderung erreichten wir die erste der vielen Badestationen. Die Natur zeigte sich hier von ihrer schönsten Seite. Solche paradiesischen Badegumpen kannten wir bislang nur von Korsika. Wir verbrachten den ganzen Tag an diesem Bergbach und badeten uns durch verschiedenste Wasserfälle, bis die Finger blau waren. Wir blieben nur wenige Tage auf der Insel, da sich der Wind am Tag und in der Nacht von seiner stärksten Seite zeigte.

 

 

Letzte Tage in Griechenland

Wieder angekommen auf dem Festland, liessen wir uns an einem schönen Weiher nieder. Hier bereiteten wir uns für das kommende Land Türkei vor. In der Türkei wird bereits die Grenze zwischen Europa und Asien durchquert. Dazu kommt, dass das Land an Syrien und Irak grenzt und bestimmte Gebiete gemieden werden sollten.

Griechenland war für uns eine wunderbare Erfahrung. Ein mediterranes Paradies das kulturelle, landschaftliche und kulinarische Höhenflüge zu bieten hat. Wir hoffen sehr, dieses Land in ferner Zukunft wieder einmal geniessen zu dürfen.

Jassas Hellas!